{Food} Von Weihnachtskeksen und Nerven aus Drahtseilen

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für heute hatte ich mir vorgenommen die ersten weihnachtskekse zu backen. ja, ich hätte es besser lassen sollen. die ganze woche schon hatte ich mich darauf gefreut, gestern den supermarkt leer geräumt und tüchtig keksrezepte gestöbert.

los ging alles schon damit, dass ich bereits nach dem ersten rezept feststellen musste, dass ich viel zu wenig margarine eingekauft habe für die ganzen süßigkeiten. somit wurden einige rezepte gleich mal wieder gestrichen und geschaut, was sich denn noch ausgeht.
dann, oh schreck zu wenig gerieben nüsse.
die oblatten hatte ich gleich im geschäft gelassen.

schlussendlich habe ich dann doch noch 4 sorten leckereien zusammengeschustert.
nach vielen stunden hart an der verzweiflungsgrenze gleicht die küche nun einem schlachtfeld, aber ich habe zu guter letzt den kampf doch noch gewonnen. auch wenn ich dachte, es sei nun endgültig vorbei, als mir das blech mit den nussecken aus der hand glitt, die platte für die ecken in der mitte brach und die hälfte unsanft den boden küsste.

an dieser stelle möchte ich auch das wort an meine geliebte schwester richten:
dein wunsch nach linzerkipferl hat mich beinahe in den wahnsinn getrieben. die spritztüte und ich sind keine freunde und als ich endlich dachte ich hätte sie gezähmt, hat sie mir das gegenteil bewiesen indem sie einfach geplatzt ist.

gut, nun genug herumgeheult, immerhin habe ich es ja doch noch geschafft und meine errungenschaften möchte ich euch nicht vorenthalten:

beginnen wir mit den preiselbeer-nussecken

rezept:
für den boden
225g mehl
75g speisestärke
1 tl backpulver
120g vollrohrzucker
2 päckchen vanillezucker
2 el sojamehl + etwas wasser (statt 2 eiern)
125g margarine

für den belag
reichlich preiselbeermarmelade
200g margarine
180g vollrohrzucker
6 el wasser
200g gemahlene haselnüsse

1. alle zutaten für den boden zu einem homogenen teig verkneten. danach ausrollen und auf ein mit backpapier belegtes blech geben. den teig andrücken und reichlich mit preiselbeermarmelade bestreichen. kurz rasten lassen und das backrohr auf 180 grad vorheizen.

2. für den nussbelag die margarine zusammen mit dem zucker in einem topf schmelzen, danach wasser und haselnüsse unterrühren.
die masse ebenfalls auf dem boden verteilen, danach für 45 minuten ins backrohr schieben.

danach erst vollständig auskühlen lassen, bis ihr die platte zuerst in rechtecke und dann in dreiecke teilt und mit geschmolzener kuvertüre verziert.

als die ecken fertig waren gings mit den rum-kokos-kugeln weiter:

rezept: (für etwa 25-30 kugeln)
200g zartbitterschokolade
150g margarine
50g puderzucker
120g gemahlene mandeln
2 el rum (wer keinen alkohol mag kann auch einfach rumaroma verwenden)

kokosflocken für die deko

 

1. die schokolade in einem topf schmelzen (auf kleiner flamme, sonst wird sie euch zu heiß).
danach die margarine und den puderzucker zugeben und gut untermischen.
zuletzt noch die nüsse unterheben und danach muss die masse für einige stunden im kühlschrank ruhen. ich hatte sie für gut 4 stunden in der kälte.

2. sobald die masse fest geworden ist mit einem kleinen löffel portionen abstechen und zu kugeln formen. hier wird es etwas tricky, da die kugeln durch die wärme der hände sehr leicht wieder anfangen zu zergehen. ihr müsst so schnell sein und sie in den kokosflocken wälzen. dann in pralinenförmchen stecken und am besten im kühlschrank aufbewahren.

während die rumkugeln noch durchkühlen, habe ich mich daran gemacht den teig für meine linzeraugen zu machen. der muss nämlich noch eine weile ruhen, bevor er zu den köstlichen, kleinen teilchen verarbeitet werden kann.
aus mangel an margarine habe ich meinen mürbteig dafür mit öl versucht. zum glück habe ich bei einfach vegan leben eine umrechnungstabelle und gleich ein rezepte dazu gefunden. ist nicht schlecht geworden, aber die gewohnte variante ist mir dann doch lieber.

rezept:
75g sonnenblumenöl
80g vollrohrzucker
125g apfelmus aus dem glas oder selbst gemacht
1 packung vanillezucker
250g universalmehl
1 tl backpulver
eine prise salz

marillenmarmelade und puderzucker für die füllen und die garnitur

1. alle zutaten bis auf das mehl miteinander vermengen. danach das mehl nach und nach unterheben, bis ein homogener teig entstanden ist.
ich habe noch etwas mehr mehl genommen, da der teig sehr klebrig war.
in frischhaltefolie packen und für 1-2 stunden im kühlschrank ruhen lassen.

2. sobald die ruhezeit vorbei ist, den teig in zwei teile teilen und mit dem nudelholz so dünn es geht ausrollen. mit einer linzeraugenform die gleiche anzahl ober- und unterteile ausstechen (ja, das ist wichtig, ich habs heute nicht geschafft…) und im backrohr bei 160 grad etwa 7 minuten backen.
danach erst vollständig auskühlen lassen, bevor die marillenmarmelade zum einsatz kommt, um die beiden hälften aneinander zu binden.

zum schluss noch mit puderzucker berieseln lassen und ab damit in den mund!

zu guter letzt kommen wir zu meinen absoluten hasskeksen, den linzerkipferl, die mir den letzten nerv geraubt haben.
aber die liebe zu meiner schwester war stärker und ich habs tatsächlich noch geschafft einige vorzeigbare exemplare hinzubekommen:

rezept:
300g margarine (weich)
100g staubzucker
1 packung vanillezucker
2 el sojamehl + wasser (ersatz für 2 eier)
schalenabrieb einer bio-zitrone
400g universalmehl
1 tl backpulver

marillenmarmelade
kuvertüre

1. die margarine mit dem mixer schaumig rühren und den staubzucker nach und nach zugeben.
das sojamehl mit wasser anrühren und ebenfalls in die schüssel geben und untermixen.
in einer zweiten schüssel das mehl mit dem backpulver mischen und zur margarine mischung sieben. macht dies nicht auf einmal, ich habs in 3 teilen gemacht.

2. noch die zitronenschale einmixen und schon könnt ihr mit einer spritztüte loslegen eure kipferl auf das backblech zu drücken. viel glück dabei, wenn ihr ungeübt seid. ich habe festgestellt je weniger teig in der tüte, desto besser klappt es.
im vorgeheizten  backrohr bei 180 grad für 10-12 minuten backen.

3. wie immer erst abkühlen lassen und dann je zwei teile suchen, die mithilfe von marillenmarmelade eine bindung eingehen wollen. lasst die kekse danach noch für eine stunde ruhe, bevor ihr sie mit den enden in geschmolzene kuvertüre tunkt.

eben war schon ein keksdieb in form meiner schwester da, um die ersten kostproben zu erhaschen. die tränen und der schweiß haben sich gelohnt, es schmeckt alles traumhaft gut (mir ist der hunger darauf nämlich erstmal vergangen).

kennt ihr solche tage, an denen einfach so gar nichts klappen will?
was ist euer schlimmstes küchenerlebnis?

obwohl ich heute wirklich grumpy bin, will ich euch trotzdem das outfit dazu noch zeigen:

rezept:
strickjacke, berry :: vila
kleid :: asos
schal :: h&m
leggings :: zara
uhr :: katzenuhr
vernis :: keiner

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13 Comments

  • Reply
    feedmeupbeforeyougogo
    Dezember 1, 2013 at 7:10 pm

    Uff, klingt nicht gerade nach entspanntem Adventsbacken 😉 Aber die Ergebnisse sehen ja trotzdem toll aus und schmecken nach so viel Stress bestimmt besonders gut!
    LG
    Sabrina

  • Reply
    Petzi From Veggie to vegan
    Dezember 1, 2013 at 8:16 pm

    Also die ganze Mühe hat sich wirklich gelohnt! Schauen super aus. Die Linzer mit Öl muss ich auch mal probieren. Ich war bis jetzt mit dem Öl-Mürbteig leider nicht so erfolgreich…
    Und die LInzerkipferl haben es mit total angetan! Die mache ich sicher noch diese WOche! Ich hab gottseidank schon einige Übung mit dem Spritzbeutel! 😉
    lg
    Petzi

  • Reply
    Jess
    Dezember 1, 2013 at 8:56 pm

    Liebe Cookie, deine Erfahrungen mit Spritzgebäck kann ich nur Teilen. Jedes Jahr gelingen alle Plätzchen auf Anhieb, nur das Spritzgebäck ist jedesmal ne Katastrophe. Dieses Jahr hab ich meinen armen Freund fast gegrillt wo er anfing rum zu klugscheißern und den Spritzbeutel in warmes Wasser gestellt hat. Ich werd bei Spritzgebäck echt ätzend.
    Aber dafür dass sie dir den letzten Nerv geraubt haben, sehen deine Linzer Kipferl super aus!
    Liebe Grüße,
    Jess

    • Reply
      Cookies&Style
      Dezember 2, 2013 at 7:28 am

      Es gibt da nur zwei Möglichkeiten: entweder ich überwinde mich und übe ein bisschen oder es gibt schlicht nie wieder Spritzgebäck 🙂

    • Reply
      Jess
      Dezember 2, 2013 at 6:14 pm

      Ja genau, dass ist es jedes Jahr 🙂

  • Reply
    Jenni/Fynni
    Dezember 2, 2013 at 7:08 am

    😀 Oh weh, da lief dann ja wirklich alles schief bei dir! Nichtsdestotrotz sehen die Plätzchen ja doch alle super aus – irgendwas muss also geklappt haben.

    Mein schlimmstes Küchenerlebnis liegt schon über 15 Jahre zurück… Ich war 7 oder 8 oder so und war mit einer Freundin in einem Kinderkochkurs. Nachdem wir schon die Soße fürs Hauptgericht total versalzen hatten, wollte uns die "Workshopleiterin" dann außer Gefahr bringen und hat uns für den Nachtisch eingeteilt: einen Bananenmilchshake. Sollte ja eigentlich zu schaffen sein. Ich und meine Freundin haben also schön Milch in einen Mixer geschüttet, Bananen dazu, Mixer an – ZACK wurde der ganze Raum voll Milch und Bananenstückchen gespritzt. Denn von Deckeln hatten wir noch nichts gehört. XDDD

    So gab es zum Hauptgericht keine Soße und der Nachtisch fiel augenscheinlich auch aus… die anderen Kinder waren dann natürlich nicht mehr so gut auf uns zu sprechen. XD

    • Reply
      Cookies&Style
      Dezember 2, 2013 at 7:28 am

      Hahahahaha das klingt wirklich super! Ja das mit dem Deckel, woher soll man das auch wissen? 😀
      Danke für die Geschichte, jetzt musste ich wirklich lachen!

      Alles Liebe,
      Cookies

  • Reply
    Frau Schulz
    Dezember 2, 2013 at 7:42 am

    Liebste Cookie,

    Mitleid von Meenz nach Wien – du hast dich aber tapfer geschlagen, es sieht nämlich (ich wiederhole mich, aber was soll ich machen?!) ganz fantastisch aus!

    Unter meinem schlimmsten Küchenerlebnis hatte meine Oma zu leiden:
    Meine kleine Schwester (sie ca. 8, ich ca. 11) wollten Marmorkuchenteig machen, weil wir am liebsten Teig genascht haben. Unsere Eltern waren nicht da und so panschten wir munter alles mögliche zusammen – Butter, Eier, Mehl, Milch und Zucker – nur leider nicht in der richtigen Menge! Es war eine ziemlich traurige Breisuppe, die leider auch so gar nicht schmeckte. Also dachten wir uns, vorbei ist vorbei und mischten auch noch Essig, Salz und Pfeffer unter.
    Nun war das Gemisch vollkommen ungenießbar geworden. Wir schütteten fast alles in die Toilette, aber ein bisschen füllten wir in einen tiefen Teller und brachten ihn rüber ins Nachbarhaus. Dort wohnten meine Großeltern und Oma hatte das zweifelhafte Glück, zuhause zu sein.
    Wir: "Oma, schau, wir haben Kuchenteig gemacht!" Oma (verzog keine Miene): "Na, dann wollen wir mal probieren!"
    Sie nahm einen Löffeln und probierte. Ehrlich, Cookie, wir hatten auch probiert und nicht umsonst landete der überwiegende Teil im Klo – aber meine Oma war hart im Nehmen und löffelte den ganzen Teig-Essig-Kram auf.
    Zwei Tage später starb sie.

    Quatsch, sie lebte weitere 12 Jahre, allerdings ist dieses Erlebnis prägend für Oma gewesen – wir Enkelchen konnten ihr alles vorsetzen – sie fand alles super 🙂

    Nun weißt du, was für ein fieses Kind ich war – ach ja 😉

    Allerliebste Grüße und weiterhin gute Besserung

    • Reply
      Cookies&Style
      Dezember 2, 2013 at 9:41 am

      Hahahahahahaha was für eine super Geschichte! Die arme Oma. Aber zumindest ist sie jetzt abgehärtet und was man auch sagen muss: wenigstens wars kein Kuchen aus der Sandkiste 😉

      Alles Liebe,
      dein Keksi

  • Reply
    La Camarguaise
    Dezember 2, 2013 at 8:37 am

    Deine Plätzchen sehen wirklich toll aus… da ich ja bekennend zu dumm zum Umrechnen bin.. wieviel Margarine wäre denn in Dein Linzerplätzchen-Rezept anstatt des Öls gekommen? Sie lächeln mich die ganze Zeit an und sagen "Backe mich!!" 😉

  • Reply
    Saskia
    Dezember 2, 2013 at 11:42 am

    hallo liebe cookie 🙂
    ich weiß ja nicht ob du so was dahast aber wir machen schon immer unser spritzgebäck mit einem Fleischwolf ( der noch die was tierisches gesehen hat ^^) das geht supereinfach und man hat keine matscherei! wünsch dir viel glüvk beim nächsten mal plätzchenbacken! 🙂

    • Reply
      Cookies&Style
      Dezember 2, 2013 at 12:20 pm

      Oh, na das klingt ja interessant, das muss ich mir mal anschauen, danke für den Tipp!

  • Reply
    Tonia S
    Dezember 4, 2013 at 4:36 pm

    Die Probleme kenne ich:) Aber das sieht alles ganz toll aus bei dir!

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