{Food Special} Sommer Aroma im Glas – es geht ans Eingemachte

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ab mitte august gehts ans eingemachte, denn dann lautet die devise das aroma das sommers ins glas zu bannen und für den winter zu bewahren. wer wie ich auch noch selbst gemüse angebaut hat, brennt darauf die geschmäcker eizufangen und auch noch monate später darauf zurück greifen zu können.

aus diesem grund habe ich entschieden dieses jahr etwas mehr zum thema einkochen bzw. einmachen für dich mitzubringen. du darfst dich also auf marmelade und saures freuen, mit meiner ganz eigenen note.

WAS IST MIT EINMACHEN GEMEINT?

beim einmachen gibt es immer die gleiche grundlage: einen sud, der das wachstum schädlicher organismen (wie zum beispiel schimmel) unterbindet. mit diesem sud wird das jeweilige gemüse übergossen und so für lange zeit haltbar gemacht.

ich verwende für all meine pickles einen essigsud, weil ich damit die besten erfahrungen gemacht habe. man kann ihn super unterschiedlich würzen und auch die süße lässt sich wunderbar veriieren. klassisch denkst du vermutlich direkt ans essiggurkerl. ich kann dir aber gleich verraten: du kannst beinahe jedes gemüse einmachen. du musst dabei lediglich darauf achten, ob das gemüse roh verzehrbar ist oder nicht. fisolen zum beispiel solltest du vorm einmachen unbedingt abkochen oder dämpfen.

natürlich kannst du nicht nur essigsaures einmachen, du kannst genauso gut eine art gemüsige sosse einkochen oder aber die süße der früchte in form von marmelade oder mus einfangen.

RAN ANS EINGEMACHTE

bei mir dreht sich beim einmachen dieses jahr alles um neue geschmäcker und darum dem gemüse beim durchziehen die chance zu geben einen ganz besonderen geschmack zu entwicklen und das beste aus sich raus zu holen.

saure Chioggia Bete

  • Portionen: 2-3 gläser, je nach größe
  • Schwierigkeit: simpel
  • Drucken

Zutaten

für die saure rote bete
 2-3 rote bete knollen bzw. chioggia bete
 1tl gelbe senfkörner
 1/2 tl koriander samen
 1/2tl rosenpfeffer

für den sud
 500ml wasser
 250ml essig (ich habe speziellen einlege essig genommen)
 2 el salz (achtung! unbedingt unjodiertes salz zum einlegen nehmen, damit dein gemüse knackig bleibt)
 2 tl süße (rohrzucker, ahornsirup, agavensirup, kokosblütenzucker, was auch immer dein herz begehrt)


Anweisungen

  1. die chioggia bete sehr fein schneiden oder wenn du die möglichkeit hast am besten in scheiben raspeln.
  2. in einem großen topf den sud ansetzen und aufkochen lassen.
  3. WICHTIG: wichtig sind die gläser, die du zum eimachen vorbereitest. hierfür eignen sich am besten einweck oder gläser mit schraubverschluss. um die gläser steril zu machen, kochst du sie jeweils für 10 minuten in sprudelndem wasser in einem großen topf aus.
  4. sobald der sud gut durchgekocht ist, füllst du zuerst die bete scheiben in dein gewähltes einmachglas und gießt danach den heißen sud drüber. schnell verschließen und für einige minuten auf den kopf stellen.

alles abkühlen lassen und an einem dunklen ort mindestens 2 wochen durchziehen lassen, bevor du das erste mal probierst. 


 

BESCHWIPSTE ESSIGGURKERL

nicht nur essig, auch alkohol eignet sich ganz hervorragend, um gemüse zu konservieren. ich habe lange überlegt, welcher alkohol gut passen könnte. dann fiel es mir wie schuppen von den augen: gin!
ist ja im moment total gehypt und gin tonic ist das it-getränk.
wenn gin tonic also mit gurke gut klar kommt, wieso dann nicht auch gurke mit gin? ist ja in wirklichkeit nichts anderes als scharfer wachholder geschmack, oder?!

Beschwipste Essiggurkerl

  • Portionen: 2-3 gläser, je nach größe
  • Schwierigkeit: simpel
  • Drucken

Zutaten

für die beschwipsten gurken
 etwa 1 kg einlege gurken bzw. sehr kleine speisegurken
 2el gin
 1el wachholder beeren
 1tl gelbe senfkörner

für den sud
 500ml wasser
 250ml apfelessig
 2 el salz (achtung! unbedingt unjodiertes salz zum einlegen nehmen, damit dein gemüse knackig bleibt)
 2 tl ahornsirup


Anweisungen

  1. die gurken sehr gut waschen und trocken topfen. kleine gurken im ganzen lassen, größere vierteln und beiseite stellen.
  2. in einem großen topf den sud ansetzen und aufkochen lassen.
  3. WICHTIG: wichtig sind die gläser, die du zum eimachen vorbereitest. hierfür eignen sich am besten einweck oder gläser mit schraubverschluss. um die gläser steril zu machen, kochst du sie jeweils für 10 minuten in sprudelndem wasser in einem großen topf aus.
  4. sobald der sud gut durchgekocht ist, füllst du zuerst die gürkchen in dein gewähltes einmachglas und gießt danach den heißen sud drüber. schnell verschließen und für einige minuten auf den kopf stellen.

alles abkühlen lassen und an einem dunklen ort mindestens 2 wochen durchziehen lassen, bevor du das erste mal probierst.


WAS SCHMECKT SONST NOCH?

ich mag noch besonders gerne süß-sauer eingemachten kürbis. hierfür einen kürbis in würfel schneiden und bereits im sud bissfest kochen. das dauert so etwa 10 minuten. dafür kannst du den klassischen sud für die bete verwenden und einfach mal experimentieren, was dir gut schmeckt. ich schmecke den kürbis gerne noch mit zimt, nelken und etwas macis blüte ab. das bringt seinen eigengeschmack optimal zur geltung.

oder wie wäre es mit etwas dill und wunderbar knackigen fisolen (brechbohnen)?
diese musst du ebenfalls im sud vorkochen.

wie gesagt, du kannst im prinzip jedes sommer gemüse verwenden, das du gerne noch etwas länger für dich bewahren willst. sei mutig und experimentiere einfach mit dem sud. du wirst schon am herrlichen gerucht feststellen können, wie lecker die sache später mal wird.

ich weiß, die jeweilige wartezeit ist wirklich hart. aber lass dir gesagt sein, es lohnt sich definitiv! du wirst den sommer raus schmecken, auch wenn es draußen regnet und du den kamin eingeheizt hast.

hast du ein lieblings einlege gemüse, das du schon ganz lange immer wieder machst?

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5 Comments

  • Reply
    Krisi von Excusemebut...
    September 4, 2017 at 6:47 pm

    Ans Einmachen taste ich mich langsam ran, da kommt dein post gerade passend=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    • Reply
      Cookies
      September 4, 2017 at 8:57 pm

      Oh echt? Das ist ja cool. Na da bin ich gespannt, was du berichtest und wie dir meine weiteren Rezepte zum Thema gefallen.

  • Reply
    Tabea
    September 4, 2017 at 8:16 pm

    Hach, auf diese Serie freue ich mich ja schon, seit du sie angekündigt hast 🙂

    Dass man fast alles einlegen kann merkt man ja, wenn man in Supermärkten und Asiamärkten mal durch die Konserven und Einmachgläser stöbert 😉 Aber ich denke da meist auch zuerst an Gurken und dann vielleicht noch an Sauerkraut, Rotkraut und Oliven. Wobei – die Kraute sind ja was anderes, oder?

    Gemüsesoße habe ich noch nie gekocht – nur Apfelbrei habe ich letztens gemacht und eingefroren, weil ich Angst hatte, dass der sich ohne Zucker im Glas nicht halten wird. Meinst du, die Gefahr, dass sich da Schimmel bildet, ist sehr groß, wenn ich das heiße Zeug ohne Zucker einfülle?

    Wo bekommst du denn Senfkörner her? Und den Koriander? Sowas habe ich alles nicht da, aber mein Interesse hast du geweckt.
    Und was ist an dem Einlegeessig anders als normaler Essig-Essenz, die man zum Kochen nutzt?

    Hihi, und gleich weiter mit der Fragerei: Wie lange halten sich denn deine eingemachten Leckereien, falls man sie nicht so schnell aufisst?

    Das Gin-Rezept ist dann allerdings nichts für mich – ich weigere mich, Alkohol zu konsumieren und das schon seit Jahren… irgendwie schmeckt mir das Zeug einfach nicht und der Gesundheit ist es ja auch nur bedingt zuträglich. Und gilt das mit dem Jod im Salz immer, wenn man Gemüse einlegen möchte?

    Kürbis esse ich auch nicht wirklich gerne, aber Bohnen dafür umso lieber. Allerdings mag ich die am liebsten mit ordentlich Biss aus dem Kochtopf oder aus dem Ofen und kann mich selten bremsen, nicht alle sofort aufzuessen.

    Weißt du, worauf ich nun Lust hätte? Probieren, wie eingelegter Rettich schmeckt 😉

    Liebe Grüße

    P.S.: Ich will dich eigentlich ungern kritisieren, da ich deinen Blog thematisch sehr mag. Auch dein Schreibstil lässt sich toll lesen, aber magst du mir mal verraten, warum du konsequent alles klein schreibst? Das irritiert mich jedes Mal auf’s Neue…

    • Reply
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      September 4, 2017 at 8:56 pm

      Hey liebe Tabea,

      vielen Dank für deinen Kommentar, dann versuche ich mal alles nach der Reihe zu beantworten:

      Genau, Kraut ist was anderes, das ist nicht einkochen, da sind wir eher beim Fermentieren.
      Bei Apfelmus wäre ich schon vorsichtiger. Was du versuchen kannst ist die abgefüllten Gläser nochmal abzukochen. Dazu einfach in einen großen Topf mit kochendem Wasser stellen und für so 20 Minuten kochen. Das mache ich mit meiner Gemüsesosse so und ich hatte noch nie Probleme.

      Senfkörner etc. habe ich alles von Sonnentor. ABER auch im normalen Supermarkt bekommst du das alles. Von Sonnentor gibts aber zum Beispiel eine extra Einlegegewürz Mischung. Das finde ich super praktisch, wenn mans erst mal ausprobieren will und nicht gleich von allem eine Packung daheim haben will dann. Der Essig hat einen bestimmten Anteil an Säure und eignet sich offenbar am besten. Du kannst aber einfach Apfelessig oder auch jeden herkömmlichen nehmen.

      Eingelegtes hält sich eigentlich ewig, teilweise sagt man bis zu einem Jahr. Kommt aber glaub ich auf den Sud an.

      Ich trinke ja auch seit Jahren keinen Alkohol mehr. ABER ich mag es damit zu kochen. Zum Beispiel eine Bolognese ohne einen Schuss Rotwein kann ich mir nicht vorstellen. Ja, lässt sich dann wahrscheinlich drüber streiten in wie fern der Alkohol verdampft. Trinken würd ich ihn aber trotzdem nicht.

      Salz: genau, das mit dem Jod ist bei allen Gemüse so. Offenbar macht das Jod das Gemüse lasch, das ohne lässt es schön frisch und knackig.

      Eingelegter Rettich ist sicher geil, ich würde auch total gerne mal versuchen Kimchi zu machen.

      Dann noch zur Kleinschreibung: ich hab das ganz zu Beginn so gemacht, weil ich es schöner im Flow des Schreibens finde. Weißt du was ich meine?! Es tippt sich einfach leichter. Dann bin ich dabei geblieben. 😉

      Hoffe, dass ich mir alles aus deinen Fragen gemerkt habe und alles beantworten konnte.

      Liebst,
      Ulli

  • Reply
    Tabea
    September 14, 2017 at 5:12 am

    Danke für die lange und umfassende Antwort! Am Wochenende habe ich hoffentlich endlich mal etwas Zeit zum Testen. Hier geht leider momentan echt alles drunter und drüber 🙁

    Liebe Grüße

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