{Yoga&Sports} Ein ayurvedischer Tagesstart mit Alexandra

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heute darf ich alexandra als gast bei mir begrüßen. nach den stressigen tagen bis weihnachten braucht es auch mal wieder ein wenig achtsamkeit und runterkommen.
genau das hat uns alexandra heute mitgebracht mit ihrer anleitung zum ayurvedischen tagesstart: 

Alexandra Berg ist zertifizierte Yogalehrerin in Zürich, Schweiz. Nebst regulären Unterrichtsstunden leitet sie Workshops und Retreats, verbunden mit einer ganzheitlichen, yogischen Ernährungs- und Lebensweise.
Zum Thema Retreat findest du am Ende dieses Artikels alle Infos und noch ein besonderes Goodie

EIN AYURVEDISCHER TAGESSTART

Der Start aus dem Bett in den Tag fällt uns nicht immer leicht. Besonders im Winter, wenn es draussen kalt ist und die Bettdecke so verlockend warm und man müde und träge ist.

Nachfolgend aber einige Tipps, um vitalisiert in den Tag zu starten.
Diese sind ganz leicht umzusetzen und das Beste dran- die Kosten halten sich in Grenzen, wenn man an eine Knolle Ingwer oder etwas Kokosöl denkt.

Vorangehend möchte ich aber eine kurze und bündige Einleitung in die Lehre des Ayurveda geben, damit verstanden werden kann, warum so ein Tagesstart sehr unterschiedlich aussehen kann. Ayurveda ist jedoch eine ganze Philosophie, deshalb wird diese Einleitung höchstens einen sehr groben Eindruck des Doshas geben. Die nachfolgenden Tipps für den Tagesstart geben einen kleinen (aber vielleicht auch entscheidenden) Input zur Verbesserung / Unterstützung der eigenen Konstitution und können so ganz einfach nach dem Aufstehen angewendet werden.

In der traditionellen indischen Heilkunst, dem Ayurveda gibt es drei Prinzipien des Lebens, angelehnt an die 5 Lebensenergien. Man nennt diese Doshas. Jeder Organismus besteht aus diesen Energien. Diese 5 grossen Elemente verbinden sich zu 3 Grundenergien oder Funktionsprinzipien, die in verschiedenem Masse in allem und jedem gegenwärtig sind.

Raum (Aether und Luft) bilden zusammen Vata, Feuer und Wasser verbinden sich zu Pitta. Und Wasser und Erde ergeben Kapha. Wenn diese 3 Doshas ausgeglichen sind, dann spricht man von einem gesunden Körper und einem ausgeglichenen Geist. Ist dieses Gleichgewicht gestört, treten körperliche oder psychische Beschwerden auf.

Vata ist die Energie der Bewegung, Vata ist trocken, kalt , subtil klar, mobil und wirkt zerstreuend. Wenn Vata im Gleichgewicht ist, gedeihen Kreativiät und Flexibiliät, ein Gefühl der Frische und des Glücks. Wenn das Gleichgewicht von Vata gestört ist, sind Furcht, Nervosität, Angst oder Zittern die Folge.

Pitta ist das Prinzip von Feuer, die Energie der Erhitzung oder des Stoffwechsels. Wenn Pitta im Gleichgewicht ist, fördert es die Intelligenz und das Verständnis (z.B beim Lernen). Wenn das Gleichgewicht von Pitta gestört ist, können feurige Emotionen wie Frustration, Wut, Hass oder Kritik – und Eifersucht geweckt werden.

Kapha kombiniert Wasser und Erde.
Dies ist die Energie, die die Körperstruktur „formt“. Kapha liefert auch Flüssigkeit, die unsere Zellen und Körpersysteme brauchen, um leben zu können. Kapha macht unsere Gelenke geschmeidig, befeuchtet die Haut und erhält die Immunabwehr.
Kapha liefert Stärke, Kraft und Stabilität.
Ist zuviel Kapha vorhanden, nimmt Trägheit oder Uebergewicht überhand.

Die Doshas beeinflussen alles was wir sind und alles was wir tun, angefangen von unserer Ernährung bis hin zu unserem Umgang mit unseren Mitmenschen. Sie steuern die biologischen und psychischen Prozesse unseres Körpers, unseres Geistes und unseres Bewusstseins.

Es ist also wichtig, dass wir nun nicht rein auf der körperlichen Ebene ein Bewusstsein entwickeln, sondern das dieses ganzheitlicher wird.

Am besten und genauesten ist eine Dosha Analyse bei einem guten Ayurveda – Mediziner, besonders, wenn es sich um pathologische (krankhafte) Zustände handelt. Etwas allgemeiner kann man sich mittels Tests, welche man in Büchern oder auch auf dem Web findet, analysieren. Wenn also die Kenntnis oder Tendenz der eigenen Doshas bekannt ist, kann spezifischer darauf eingegangen sein.

Hier gehts zu einer online Dosha (Typ) Bestimmung.

Ein ganz essentieller Bestandteil um über sich selbst zu lernen, ist die eigene Reflektion und Beobachtung.

DIE RICHTIGE ZEIT UM ZU ERWACHEN ODER DIE UHR DER DOSHAS

Unser Körper ist eine Uhr und diese biologische Uhr arbeitet im Einklang mit unseren Doshas. Es ist von Vorteil, vor Sonnenaufgang aufzuwachen. Zu dieser Tageszeit sind in der Natur die reinen Qualitäten aktiv und die Wahrnehmung frisch. Im Idealfall sollten diejenigen mit Vata Konstitution etwa um 6.00 Uhr, Pitta Menschen gegen 5.30 und Kaphas gegen 4.30 aufstehen. Ich möchte aber ausdrücklich betonen, dass dies der Idealfall ist.

1. EINE KURZE BESTANDSAUFNAHME nach dem Erwachen ist meist sehr nützlich. Wie fühlt sich Dein Körper an (vitalisiert oder schwer und träge)? Wie fühlst Du Dich psychisch (entspannt, glücklich oder gestresst, ängstlich, traurig)?
Versuchen wir aber dieses Beobachtung einfach ganz sachlich und mit Abstand als Beobachter zu betrachten- wenn z.B. Müdigkeit und Aengstlichkeit besteht, versuche, nicht in die Emotion hineinzugehen, sondern einfach nur wahrzunehmen. Vielleicht gibt es bestimmte Gründe für diese körperlichen oder mentalen Empfindungen.

Nach dem Motto der Mundaka- Upanishad:

„Wie zwei goldene, in engster Freundschaft auf ein und demselben Baum thronende Vögel wohnen das Ego und das Selbst in demselben Körper. Das Erstere isst die süßen und sauren Früchte vom Baum des Lebens, während das Letztere innerlich losgelöst zusieht.“

2. NACH DEM AUFSTEHEN als Erstes zum Fenster zu gehen und einen tiefen und bewussten Atemzug frische Morgenluft einzuatmen- das vitalisiert ungemein.

3. DER GANG ZUM WASCHBECKEN und Dein Gesicht mit kaltem Wasser zu besprenkeln das weckt! Spüle Deinen Mund aus.
Wenn ein ayurverdischer Zungenschaber vorhanden ist, die Zunge sanft im vorderen Bereich von angesammelten nächtlichen Schlacken (Ama) befreien. Dasselbe kannst Du auch mit einer Zahnbürste oder einem Löffel machen. Sanft von der Zungenwurzel zur Spitze hin bürsten/schaben. Ein starker Belag auf der Zunge bedeutet, dass sich viel Ama im Körper befinden. Vielleicht hast Du zu spät gegessen oder das Essen war schwer verdaulich?

4. ÖLZIEHEN
Um weitere Schlacken (Giftstoffe) im Mundraum zu binden, kannst Du einen Esslöffel pflanzlichen Oels, in den Mund nehmen und ca. 5Min im Mund hin und herbewegen, zwischen den Zähnen durchziehen und am Ende ausspucken.
Vata und Kapha Konstitutionen bevorzugen Sesamöl, Pitta Konstitutionen können Kokosöl verwenden. Kokosöl hat einen leicht kühlenden Effekt während Sesamöl leicht wärmend wirkt.

5. ZÄHNE PUTZEN wie gewohnt.

6. NASYA – Nasenöl
Für trockene Nasenschleimhäute (z.B. als Vata – Konstitution) im Winter, träufelst Du 3-5 Tropfen Sesamöl in beide Nasenöffnungen. Dadurch werden die Nasenhöhlen gereinigt und benetzt.

7. TRINKE EIN GLAS lauwarmes, abgekochtes Wasser.
Für Vata- und Kapha Konstitutionen kann es sogar heisses Wasser sein. Dieses Wasser wird vom Körper nicht absorbiert, sondern reinigt den Verdauungstrakt und spült die Nieren. Es ist nicht empfehlenswert den Tag mit einem Kaffee oder Schwarztee zu beginnen, weil beide die Nierenenergie schwächen und die Nebennieren zu stark stimulieren und die Tendenz zu Verstopfung fördern.

8. BEWEGUNG
Jeder Mensch sollte auf irgendeine Weise seinen Körper trainieren. Dies kann ein Spaziergang in der frischen Morgenluft sein, einige Yogaübungen, Joggen oder mit dem Rad zur Arbeit fahren. Kapha Konstitutionen mit einem stärkeren und schweren Körper, können problemlos anstrengende Körperübungen ausführen- obwohl dies meist dem gegenüber steht, dass jene Menschen nicht viel für körperliche Bewegung übrig haben. Menschen mit Pitta Konstitution sollten ein mässig anstrengendes Training wählen, wobei schwimmen besonders nützlich ist, da es auf Pitta kühlend wirkt. Vata Menschen sollten sich mit ruhigeren Trainingsarten wie spazieren oder leichtem Yoga begnügen.

Als Yogalehrerin empfehle ich für alle Konstitutionen
Zu Beginn einer Yogapraxis morgens Surya Namaskara (Sonnengruss) zu üben um die Energie in Fluss zu bringen.
Surya Namaskara variieren in den verschienden Yoga- Traditionen, und können sanft bis kraftvoll fordern geübt werden. Wähle dort eine Variante, welche für Dich und Deine Konstitution passt.

Wenn die Zeit morgens knapp ist, dann belasse es bei einigen Runden Sonnengrüssen, ist mehr Zeit vorhanden, dann führe noch einige Asanas aus. Setze Dich nach der Praxis nochmals in eine stabile Sitzposition und komme zur Ruhe und atme bewusst einige Male ein und aus.

ASANAS FÜR DIE JEWEILIGE KONSTITUTION

Der wichtigste Sitz von Vata im Körper ist der Beckenraum, und jede Uebung, welche die Beckenmuskulatur dehnt, wirkt ausgleichend auf Vata.
Dazu zählen z.B. Vorwärtsbeugen, Rückwärtsbeugen, Drehungen der Wirbelsäule sowie Kobra.

Hauptsitz von Pitta ist der Solarplexus. Deshalb sind Körperübungen, die die Muskeln um den Solarplexus dehnen, für Menschen mit Pitta Konstitution besonders hilfreich. Dazu zählen Yogaübungen wie z.B. : Fisch, Boot, Kamel oder Heuschrecke und Bogen.
Meiden (oder sparsam üben) sollten sie hingegen alle Uebungen, bei denen sich der Körper über dem Kopf befindet wie Kopstand, Schulterstand oder Pflug.

Der wichtigste Sitz von Kapha im Körper ist die Brust. Uebungen welche die Energiezirkulation in der Brust anregen, sind Menschen mit Kapha Konstitution sehr zu empfehlen. Sonnengrüsse sowie Schulterstand, Pflug, Heuschrecke oder Schulterbrücke sind besonders geeignet.

9. ENDLICH FRÜHSTÜCK!
Menschen mit Vata – oder Pitta Konstitution sollten zum Frühstück ein wenig essen, Kapha Konstitution sollten das Frühstück lieber auslassen, da Essen während der Kapha- Zeit Kapha verstärkt. Oder allenfalls ein ganz leichtes Frühstück zu sich nehmen.

Ein Vorschlag für ein winterliches Vata- Pitta Frühstück ist z.B. Ein Hafer- oder Dinkelflocken – Brei mit Soja- Hafer oder Mandelmilch. Etwas Vanille, Vollrohrzucker, Kardamom, Zimt und Kurkuma dazugeben. Einige Weinbeeren und angeröstete Mandeln dazugeben. Mit Ingwer verfeinern.

Für eine Kapha Konstitution wäre ein leichter Getreidebrei mit etwas gedünstetem Obst geeignet.

10. ZUR ARBEIT
Schaue, dass Dir genügend Zeit bleibt, um nicht in Eile zu kommen wenn Du zur Arbeit aufbrichst.
Versuche ganz bei Dir zu sein, in Deinem davor erschaffenen Zustand der Klarheit und Bewusstheit. Auch wenn das Leben auf Dich einprasselt, versuche nach Innen zu schauen und in einem Zustand der inneren Ruhe zu verweilen.

Du wirst merken, dass sich so auch Deine Effizienz und Dein Wohlbefinden im Alltag steigern wird, weil dann weniger Energie für unnötiges investiert wird.

Im April 2017 findet ein Retreat in Ibiza statt, welche den ganzheitlichen Aspekt von Yoga berührt. Nebst intensiver Yogapraxis werden wir uns der yogischen, sattvischen Ernährung widmen, und bio-vegan verköstigt werden.

Es gibt noch freie Plätze! Bis Ende Dezember hast du auch noch die Chance auf den exklusiven
10% Frühbucherbonus! Also nichts wie reingeklickt, um ein herrliches Retreat mit der bezaubernden Alexandra zu genießen.

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