{zu Besuch} bei Lela – the Redhead

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sorry ihr lieben, bei mir gehts mal wieder drunter und drüber, deswegen habt ihr länger nichts von mir gehört – das soll sich aber wieder ändern und heute gibts mal kein rezept, sondern einen kleinen bericht mit interview.

denn vor etwa 2 wochen war ich zur studio eröffnung von lela alias the redhead eingeladen.
nun fragt ihr euch bestimmt wer lela ist und was für ein studio sie eröffnet hat (wenn ihr allerdings in wien lebt und euch diese frage stellt, dann schämt euch! :-p)

lela ist gelernte friseurin und hat sich auf das vegane frisieren und färben spezialisiert. in ihrem neuen studio kann man sich aber nicht nur aufhübschen lassen, dazu allerdings später mehr.
wenn man den neuen laden betritt, dann merkt man sofort, dass es sich um keine 0815 location handelt. lela hat alles selbst und mit viel liebe und kreativität eingerichtet – alles andere hätte mich auch stark verwundert, denn nur so kenne ich sie.

um denen, die lela noch nicht kennen einen kleinen einblick in ihr leben und ihre arbeit zu geben, konnte ich sie für ein interview gewinnen:


1. wie
ist dein werdegang und was hat dich ins friseurbusiness
verschlagen? 

lela: ich hab
lange gebraucht um auf den richtigen weg zu kommen, obwohl es
sich eigentlich
schon ziemlich früh abgezeichnet hat – im wahrsten sinne des wortes. im kindergartenalter hab ich schon mit lippenstiften die wände
meiner verwandten
veredelt und meinen ersten konvexen pagenkopf an meiner barbie
geschnitten.

mit 14
mussten meine cousinen und meine schwester dran glauben, dass
ich genau weiß
welcher lidschatten und welche frisur für sie richtig sind,
wenn ich sie für
meine ersten shootings mit meiner analog kamera abgelichtet
habe und in meinem freundebuch
aus der schulzeit steht, dass ich unbedingt maskenbildner
werden will.
aber daran konnte ich mich lange zeit nicht erinnern und
schlug mich jahrelang
mit dem gymnasium herum. wirklich bewusst dafür entschieden
habe ich mich mit
22 jahren, als mein 2 jähriges praktikum als grafikerin endete
und mein damaliger freund mich „zwang“ einen richtigen beruf zu erlernen.
zwei monate später fand ich mich in einer friseurlehre wieder
und war darüber
eigentlich gar nicht glücklich. der weg war das ziel. ich
wollte nicht einfacher friseur werden, sondern maskenbildner! doch mit der zeit und
den aufgaben als lehrling wuchs meine liebe zum beruf und schnell wusste ich
dass mich der job
als maskenbildner nicht ganz so glücklich machen würde, wie
der des friseurs.

2. ich
kenne in wien sonst keinen friseur mit veganem angebot, wie
bist du dazu
gekommen?
 

lela: nach einigen jahren als gesellin beschloss ich mich weiterzuentwickeln und
die meisterprüfung abzulegen. gleich zu beginn meiner selbstständigkeit lernte ich sabine kennen.
sie hat mir den anfang in der selbstständigkeit
sehr vereinfacht
und mich geprägt. ich als typischer ‚7 tage die woche fleischesser‘  traf mit
ihr als veganerin auf eine komplett
neue welt. und so kam es dazu, dass zur fastenzeit eine
lapidare wette den startschuss für ein vollkommen neues leben gab.
40 tage vegan.
zu beginn
war es ein reines experiment. ausschlaggebend war für mich zu beginn vor allem
der gesundheitliche aspekt und der co2 abdruck, den wir
hinterlassen.
was ich anfangs
aber noch nicht wusste war, dass ich mich 40 tage später
fragen werde wie ich
in meinem job weiterhin bestehen kann.
es war
mir wirklich peinlich festzustellen, dass ich selber wie ein
blindes huhn
agierte. ich schluckte alle informationen bezüglich beauty-
und friseurprodukte
in jedem seminar und jeder zeitschrift ohne ein einziges mal
zu hinterfragen ob
dafür tiere leiden mussten.
mir ging es wie jedem der diesen prozess durchmacht – man
stellt fest wie leichtgläubig
und naiv man sich einem system hingibt.
auf jeden fall waren mir danach zwei dinge klar:
1. die challenge endet nicht nach 40 tagen.
2. ich
kann und will nicht mit den produkten weiterarbeiten die
solche grausamkeiten
auf sich nehmen.
das war
recht schwierig, immerhin war ich gerade erst 4 monate
selbstständig und schon
hatte ich beschlossen mein gesamtes konzept über bord zu
werfen und mich auf
ein neues terrain einzulassen bei dem es nicht all zu viel feedback noch auskünfte für profiprodukte gab. viele recherchen und testläufe waren die folge
bis ich mit ein klein bisschen stolz ein komplett
tierversuchsfreies und
veganes angebot anbieten konnte.

ich bin
froh diesen schritt gegangen zu sein und jeden tag mein geschäft mit dem wissen
aufzusperren jedem kunden ein stück gutes gewissen mit auf den
nach hause weg zugeben.

3. man
kann sich bei dir ja nicht nur die haare schön machen, was
hast du denn in
deinem neuen studio noch so zu bieten?  

lela: ich liebe haare.
die Struktur, deren bewegung und deren charakter sowie eigenwilligkeit. jedes ist anders und einzigartig. aber einer der gründe mich
selbstständig zu
machen lag auch darin meinen weiteren passionen raum zu geben. zu oft wartete
ich als angestellte stundenlang umsonst und malte mir aus wie
ich jetzt meine zeit nutzen konnte.
zum beispiel waren hochzeitsstylings immer
schon mein baby. der tag auf den alle hin fiebern. ich liebe es make ups zu
machen und mich
selbst auszuprobieren. neue wege zu gehen und sachen per hand
zu formen.
meine
größte leidenschaft neben dem friseurhandwerk gehörte aber der fotografie.
mir sind ’normale‘ menschen wie du und ich lieber als jedes fashion shooting. ich
freue mich wie ein
kleines kind wenn ich etwas unschuldiges und ungestelltes
einfangen darf. nichts
ist echter als das jetzt.
ich liebe
die abwechslung zwischen beiden berufen – dem friseur & visagist und dem fotografen. somit biete ich beide tätigkeiten in meinem studio an, die
sich zb. bei einem umsytling super miteinander kombinieren lassen.
konkurrenzdenken
ist nicht teil meiner welt. ich habe kein problem wenn kunden
nur einen teil bei
mir buchen, ich denke der endkunde selbst muss sich
wohlfühlen.
wenn ich
einen kleinen teil dazu beitragen kann, freut sich mein herz. 

4. wenn
du ein produkt wärst, welches wäre es? 

lela: friseurtechnisch
bin ich ein direktzieher.
darunter
versteht man einen farbaufrischer der ohne einwirkzeit seine
kräftige farbe sofort
abgibt. er lässt sich nach 6-12 haarwäschen langsam auswaschen
und du musst
selber entscheiden ob du den gleichen weg nochmals gehst oder
etwas anderes
ausprobierst.

menschen
die offen für neues sind, nehmen bei mir gerne neue erfahrungen mit.
ich denke
genau so ist es auch mit dem veganismus. kunden kommen zu mir
und ich freue
mich ihnen mit rat und tat zur seite zu stehen. und wenn
jemand zumindest etwas
für nur „6-12 haarwäschen“ mit nach haus nimmt und umsetzt,
hab ich
schon etwas bewirkt.
fotografisch
bin ich ein polaroid foto.

ich bin in
einem moment gemacht, mit dem einen ausdruck im gesicht und
der stimmung die
gerade ist und man kann es nicht mehr ändern. und das ist gut
so. sei wie du
selbst bist und nicht der klon von hunderten anderen. es ist
egal ob du heute
größere augenringe als sonst hast, wir alle sind fehlbar und
das macht uns
einzigartig. das einzig wichtige ist, wenn du das polaroid jahre später in der hand hälst, dann spürst du für einen bruchteil einer sekunde
genau dieses gefühl von damals. das leben ist großartig, da muss man selber
nicht so viel
tun und machen.

5. was macht für dich eine gelungene frisur aus?
lela: für mich ist eine frisur dann gelungen, wenn mein/e kunde/in das erste mal zu hause ohne hokus pokus seine haare stylen kann. ich bin
kein fan von
extravaganten techniken die viele produkte und werkzeuge
vorraussetzen. gerne
zeige ich ein paar einfache kniffe wie man sich zu hause am
leichtesten tut
und erzähle meinen kunden welche produktalternativen es gibt. ich biete meinen kunden aber auch an sich selber zu föhnen und stylen oder mit
nassen haaren zu
gehen.
wenn meine frisur dann bestand hat, weiß ich, ich hab alles
richtig gemacht.  

der abend bei lela war sehr gelungen und wir hatten jede menge spaß. ihre kreativität entsprechend hatte sie unter anderem ein persönliches gästebuch drucken lassen, man konnte sich schminken lassen oder mit selbstauslöser ein paar schöne momente einfangen – was wir ohne unterlass betrieben haben. 

ihr wollt gerne ein umstyling machen, habt lust auf eine neue frisur, heiratet bald oder wollt einfach einen entspannten tag mit schneiden, föhnen, fotografieren verbringen? dann gleich mal ran ans telefon und vereinbart einen termin mit lela. 

liebe lela, vielen dank für das interview und ich wünsche dir ganz viel erfolg mit deinem neuen studio – auch ich werde weiterhin deine dienste in anspruch nehmen, wird eh wieder zeit für „spitzen schneiden“ 😉

kontakt: 
the redhead e.u.
breitenseer straße 19
1140 wien
tel: +43 (0) 699 190 130 74 

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Vegane Friseurläden sollte es überall geben! Sowas vermisse ich in meiner Stadt auf jeden Fall noch. Der Laden sieht wirklich schön und mit viel Mühe eingerichtet aus! Würde ich in Wien wohnen, käme ich auf jeden Fall mal vorbei 🙂

Liebe Grüße, Caro ♥ von Day by Day